Künstlerin - Bildhauerin

Kunst-am-Bau General Fellgiebel Kaserne Pöcking: Jenny Rempel & Michael Krenz

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künstlerischer Entwurf: Michael Krenz & Jenny Rempel

künstlerischer Entwurf: Michael Krenz & Jenny Rempel

Kommt ein Vogel geflogen

setzt sich nieder auf mein’ Fuß

hat ein’ Zettel im Schnabel

von der Mutter ein' Gruß.

Lieber Vogel, fliege weiter

nimm ein Gruß mit und ein Kuss

denn ich kann dich nicht begleiten

weil ich hier bleiben muss.

(deutsches Volks-und Liebeslied, erstm. hrsg. 1808 von J.Strolz)

Titel der Arbeit: „dadidah/dadadah/dadah/dadah/dah/dit/didit/dadit/didididah/dadadah/dadadit/dit/dididit/ dadadit/dit/dididadit/dadadah/dadadit/dit/dadit“ oder „kommt ein vogel geflogen“

Die General Fellgiebel Kaserne ist zentrale Ausbildungsstätte für Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr. Die Idee unserer Arbeit, geht auf die historischen Anfänge von Nachrichtenübermittlung zurück. In dem Volks- und Liebeslied (später Kinderlied) „Kommt ein Vogel geflogen“, ist es ein Vogel, der die Botschaft aus der Heimat überbringt. Die Übersetzung des deutschen Volksliedes ins Morsealphabet, stellt eine Rückführung auf die Anfänge der Kommunikationstechnik dar. Ein Morsecode besteht aus kurzen und langen Signalen und Pausen („ausgesprochen“ kurz: „Dit“, lang: „Dah“, und „Pause“) und fand aufgrund seiner einfachen und vielfältigen Übertragungsmöglichkeit lange Zeit Verwendung im Funkverkehr. Der Morsecode wird heute als Urahne aller Kommunikationstechnik bezeichnet. Das Kunstwerk setzt diesem „Fossil“ der Kommunikationstechnik ein Monument.

Der Text des Volksliedes „Kommt ein Vogel geflogen“ wird als Morsecode verschlüsselt und in plastische Formen umgesetzt. Der Code erstreckt sich über den gesamten begrünten Vorplatz des Haupteingangs vom Gebäude 200. Dem Betrachter erscheint die Ansammlung von langen und kurzen Baukörpern zunächst als chaotische und unübersichtliche Struktur. Taucht er in die Welt des Codes ein, lässt sich jedoch eine Struktur erkennen die es zu entschlüsseln gilt. Der Code wird sinnlich erfahrbar gemacht, kann begriffen und mit persönlichen Eindrücken „besetzt“ werden. Will man den Code lesen, muss man sich in das Feld hinein begeben und den sich über den Platz meandernden Zeichen in zwei Bewegungsrichtungen folgen, ihn sozusagen „ablaufen“.

Das Kunstwerk befindet sich momentan in der Umsetzung und wird noch in diesem Jahr installiert.